Schwallungen


Die Gemeinde Schwallungen liegt im oberen Werratal zwischen Meiningen und Bad Salzungen.
Sie gehört seit 1994 zum Großkreis Schmalkalden-Meiningen.
Durch den Anschluss der Gemeinde Zillbach, Eckardts und Schwarzbach aus der Vorderröhn an die Gemeinde Schwallungen am 12.01.1994 besitzt die Einheitsgemeinde eine Gemarkungsgröße von
39,80 km² und eine Einwohnerzahl von ca. 3000.

Schwallungen selbst gehört zu den ältesten geschichtlich nachgewiesenen Orten des Freistaates Thüringen und konnte im Jahr 1988 seine 1.200 - Jahrfeier begehen.

Schwallungen hat seinen Namen der geologischen Struktur seines Territoriums zu verdanken.
Der unter Buntsandstein mit seiner wasserführenden Lettenschicht (Tonschiefer) führt zur zahlreichen Quellbildung an den Berghängen rechts und links der Werra.
Schwallungen bedeutet soviel wie: "Sippe" am schwallenden (Quell)-Wasser.

Geschichte Hochwasser

 

 

Ortsteil Eckardts


Erste urkundliche Erwähnung des Ortes unter dem Namen "villa Eckerichs".

Es ist typisch für diese Siedlungsperiode, dass Personennamen (als Grundherren) die Orte bezeichnen (des Eckerich=das Schwertgewaltigen).

Die Geschichtsforscherin Elisabeth Ziegler befasste sich mit dem Territorium der Reichsabtei Hersfeld. Sie beruft sich auf Unterlagen vom 10. August 1330. Diese geben in lateinischer Sprache eine "Grenzbeschreibung des Wildbannbezirkes von 1016 in dem sogenannten frankensteinischen Kaufbrief". Dort heißt es u. a. ... item montem, qui dicitur Hundesrucken (Berg bei Helmers), surum usque in Eckerichs (Eckardts) et ulterius per medium montis, qui dicitur Steinfirst (Steinforst, Berg südwestlich von Eckardts)... . Demnach muss die Gründung von Eckardts vor dem Jahre 1183 erfolgt sein.

Quellen:
Elisabeth Ziegler: Das Territorium der Reichsabtei Hersfeld (Schriften der Kommission f. geschtl. Landeskund, hgg. v. E. Stengel, 17 Stk.)
"Grenzbeschreibung des Wildbannbezirkes von 1016 in dem sogenannten frankensteinischen Kaufbrief" vom 10. August 1330

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Geschichte

 

 

Ortsteil Schwarzbach


Schwarzbach wurde erstmalig im Mai des Jahres 1183 urkundlich erwähnt. Seinen Namen erhielt die Gemeinde nach dem Bach, der im engen, dunklen Waldtal anscheinend dunkles Wasser führt. Der Ort liegt zwischen bewaldeten Bergen im Grund der Schwarzbach und längs derselben. Die Einwohnerzahl lag im Durchschnitt bei 400. Von 1350 bis 1829 gehörte das Dorf zum Amt Sand, von 1829 bis 1869 zum Verwaltungsamt Wasungen, von 1869 bis 1872 zum Verwaltungsamt Meiningen und seitdem zum Kreis Meiningen.



Die ehemalige Dorfschule wurde am 19. März 1992 bezogen und in „Bürgerhaus“ der Gemeinde umbenannt. In den geschmackvoll eingerichteten Räumlichkeiten befinden sich in der oberen Etage eine Mietwohnung und im unteren Bereich des Gebäudes ein Mehrzweckraum und ein Büro für den Ortsbürgermeister. Der Mehrzweckraum wird von Vereinen oder beispielsweise dem Kirchenchor für Veranstaltungen genutzt.

Das Baujahr der Dorfkirche ist nicht mehr genau nachweisbar. Die Form des Turmes weist auf die Zeit um das Jahr 1600 hin, was durch die Inschrift „Anno 16.20 H. S. HHHRMK VS“ im Stein an der Nordoststrecke des Hauptraumes bestätigt wird. Der Ausstattungszeitraum ist über dem runden Triumphbogen mit 1724 angegeben.

 

 

 

 

 

Geschichte

 

 

 

 

Ortsteil Zillbach


In einem Seitental des linken Werraufers, zwischen den Tälern der Schwarzbach und der Rosa,
liegt der Ort Zillbach.

Er erhielt seinen Namen von dem gleichnamigen Bach, der am Ortsausgang nach Eckardts (an der Heinrich-Cotta-Plantage) entspringt und beim Windenhof in Schwallungen in die Werra mündet.

Bereits 1385 wird Zillbach, als Czylbach, in einer Papsturkunde erwähnt. Mitte des 15. Jahrhunderts erhielten die Gebrüder Kungkel vom damaligen Henneberger Grafen, zu dessen Gebiet das Zillbacher Tal gehörte, die Erlaubnis, dort eine Glashütte zu errichten.

Diese bestand bis etwa Mitte des 16. Jahrhunderts. 1545 kaufte Graf Georg Ernst die zur Glashütte gehörenden Gebäude und baute an dieser Stelle ein Jagdschloss. Nunmehr dienten die Zillbacher Wälder der Jagd und der Forstwirtschaft.

Nach dem Aussterben der Henneberger Grafen kam das Zillbacher Gebiet im Laufe der Jahre um 1660 zum Herzogtum Sachsen-Weimar. Die Weimarer Herzöge führten die Waldwirtschaft weiter und richteten 1708 ein Kammergut ein. Dazu wurden entsprechende Gebäude errichtet und Arbeiter herbeigeholt. Nach anfänglichen Erfolgen nahm im Laufe der Jahre die Fruchtbarkeit des Bodens ab und man löste 1784 das Kammergut auf. Das dazugehörende Ackerland wurde an diejenigen, die sich hier niederlassen wollten, gegen einen Geldzins verteilt. Erst in dieser Zeit wurde Zillbach eine eigentliche Gemeinde mit eigener Verfassung.

Auch in kirchlicher Hinsicht gibt es Grund zur Annahme, dass Zillbach eine noch junge Gemeinde ist. Erst 1718 wurde der Ort eigene Kirchgemeinde, während er davor Filiale von Rosa war. Als Kirche diente damals und auch heute noch der Bankettsaal des Hennebergischen Jagdschlosses aus dem Jahre 1595.

Mit der Geschichte Zillbachs ist das Wirken des Forstmannes Heinrich Cotta verbunden. 1763 im Forsthaus auf der "Kleinen Zillbach", ein ebenfalls zum Herzogtum Sachsen-Weimar gehörendes Waldstück bei Schwarzbach, geboren, wurde Cotta ein bedeutender Forstwissenschaftler.

Von 1793 - 1795 baute er die erste forstbotanische Anlage mit über 400 Baumsorten auf. Bis 1810 hat er in Zillbach gewirkt, 1811 nahm Cotta ein Angebot des sächsischen Königs an und siedelte mit Familie nach Tharandt bei Dresden um. Er wirkte dort bis 1844 als königlich-sächsischer Forstrat.

Aus der dortigen Forstlehranstalt ging die Forstwissenschaftliche Sektion der Technischen Universität Dresden hervor. Heute pflegt der Verein Freundeskreis "Heinrich Cotta" in Zillbach das Andenken des großen Forstwissenschaftlers. Im Landeskulturellen Kabinett ist sein Wirken in Zillbach und darüber hinaus dargestellt und wird gern von Besuchern besichtigt.

Wie schon erwähnt, war Zillbach in der Vergangenheit von der Waldwirtschaft geprägt. Verschiedene Tätigkeiten resultieren daraus. Neben Förster, Forstaufseher, Revierjäger, Holzhauer gab es auch Wildpark- und Zaunwärter. Diese waren Angestellte, die das Wildgatter in Ordnung hielten, daß damals das Zillbacher Ackerland umgab. Daneben wurden auch andere Berufe wie Weber, Korkschneider und Holzschuhmacher ausgeübt.

Im Jahre 1911 erhielt Zillbach, unter finanzielle Mithilfe des Großherzogs, eine Ringwasserleitung.

1913 wurde ein neues Gebäude als Kinderbewahranstalt (Kindergarten) eingeweiht. Das "Prinzeß-Sophia-Heim".

Heute ist Zillbach ein Ort, indem Besucher wegen seiner Geschichte und auch seiner schönen landschaftlichen Lage, gern verweilen. Eine Gaststätte und ein Cafe, das auch den Namen "an der Cottaplantage" trägt, sorgen dabei für das leibliche Wohl. Ebenfalls das Sportlerheim.

Ein besonderer Höhepunkt im kulturellen Leben des Ortes ist das seit 1978 zu Pfingsten gefeierte "Heinrich-Cotta-Fest". Dies organisiert der schon erwähnte Verein "Freundeskreis Heinrich Cotta".

Zur sportlichen Betätigung gibt es den Fußball-Sport-Verein und die Kraftsportgruppe Zillbach. An wirtschaftlichen Einrichtungen sei eine Tischlerei, Inh. Gerd Wagner, und die Forstbaumschule "Heinrich Cotta" genannt. Sie wurde 1984 vom Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Meiningen erbaut und ging im Juni 1991 an den neuen Besitzer, Peter Seilner, aus Baden-Württemberg, über.

Seit dem 1. April 1992 bilden die Orte Schwallungen und Zillbach, die auf vielfältige Bindungen untereinander verweisen können, eine Einheitsgemeinde. Die Gemeinden Eckardts und Schwarzbach kamen am 24.02.1994 dazu.

Geschichte